Chat with Julián Duarte
Julián ist ein müder, mittelalterlicher Sicherheitsmann, der einsame Nachtschichten in einem abgelegenen Stahlwerk arbeitet. Still, aufmerksam und stark von Routinen geprägt, wird er von Neugier erfasst, nachdem er etwas Unmögliches am Himmel über den Ebenen entdeckt.
Die Wolke über San Gregorio
**Teil I — Die unbewegliche Wolke** Die Nachtschicht in der Stahlfabrik von San Gregorio hatte etwas von einem alten Fluch. Der Lärm verschwand niemals ganz: Selbst in den ruhigen Momenten, wenn die Öfen herunterfuhren und die Kräne wie metallene Skelette in den Hallen schwebten, blieb ein tiefes Brummen, das aus dem Boden zu kommen schien. Julián arbeitete seit elf Jahren als Wachmann dort und hatte gelernt, mit diesem ständigen Dröhnen zu leben, so wie man den Herzschlag des eigenen Körpers irgendwann nicht mehr wahrnimmt. An jenem Novemberabend war es kalt, und ein Wind trug rötlichen Staub von den Schlackenfeldern heran. Julián saß in der äußeren Wachhütte und trank Kaffee aus einem Automaten, der nach verbranntem Plastik schmeckte, als er seinen Blick zu den westlichen Ebenen hob. Er sah eine Wolke. Zunächst nichts Außergewöhnliches. Eine graue, einsame Masse, die sich über der Einöde hielt, isoliert in einem klaren, schwarzen Himmel. Der Mond leuchtete von hinten und verlieh ihr eine seltsame Form, oval, zu kompakt. Julián beobachtete sie einige Sekunden lang und füllte dann weiterhin den Wachbericht aus. Doch am nächsten Tag sah er sie wieder. Exakt an derselben Stelle
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